Geschichte

Geschichte der Linden-Apotheke Briesen

Die Bemühungen, in Briesen, zwischen Fürstenwalde und DrogerieFrankfurt/Oder gelegen, eine Apotheke zu errichten, begannen am Ende des 19.Jahrhunderts. Am 28. Juni 1889 bat der Amtsvorsteher von Briesen den Landrat des Kreises Seelow, die Anlage einer Apotheke im Ort unterstützen zu wollen, was dieser jedoch ablehnte. Im Mai 1891 nahm der praktische Arzt Dr. Wilhelm Niedergesäß seine Tätigkeit in Briesen auf und erhielt die Genehmigung, eine ärztliche Hausapotheke halten zu dürfen. Die amtliche Besichtigung der Hausapotheke, am 30. September 1903, war jedoch so niederschmetternd, dass dem Arzt das Halten einer Hauspotheke untersagt wurde; u.a. wurde bemängelt: „Die beiden Standgefäße für gewöhnliches und destilliertes Wasser waren wohl seit Wochen oder Monaten keiner Reinigung unterzogen worden. Ungeachtet des täglichen Gebrauchs bei der Zubereitung von Arzneien waren die Flaschen nicht nur äußerlich sehr unsauber, sondern zeigten auch innen dicken Bodensatz grüner Algen.“

1903 zählte Briesen 1300 Einwohner. Mit den Bewohnern der umliegenden Dörfer waren 5268 Personen pharmazeutisch zu versorgen.

Am 23. Juni 1904 erhielt Apothekenbesitzer Udo Kühne aus Fürstenwalde die Genehmigung zur Errichtung einer Zweigapotheke in Briesen, die nach amtlicher Besichtigung am 30. September 1904 eröffnet wurde.

Als Kühne seine Fürstenwalder Apotheke an Alfred Brehme verkaufte, durfte dieser die Zweigapotheke in Briesen nicht übernehmen, sondern Friedrich Fahrenholz, Besitzer der Victoria Apotheke in Frankfurt/Oder. , konnte die Briesener Zweigapotheke weiter betreiben. Die Eröffnungsbesichtigung fand am 26. Mai 1905 statt. Briesen zählte zu diesem Zeitpunkt 1518 Einwohner.

1908 erwogen die Behörden die Umwandlung der Zweigapotheke in eine Vollapotheke. Am 21. Mai 1908 erteilte der Oberpräsident die Genehmigung für das Bewerbungsverfahren. „Die neue Apotheke soll an die Stelle der bis jetzt bestehen Zweigapotheke treten.“ Dem künftigen Konzessionär der Vollapotheke wurde die Bedingung auferlegt, das Inventar der Zweigapotheke zu einem angemessenen, taxmäßigen Preis zu übernehmen. Im Amtsblatt der Königlich-Preußischen Regierung zu Frankfurt an der Oder Nr. 10 vom 04. März 1908 erschien die Ausschreibung. Es bewarben sich neun Apotheker, von denen Ernst Behm aus Schwerin/W., geb. 19 Oktober 1862, Approbation 06. November 1891, die Konzession am 24. Mai 1908 erhielt. Behm übernahm zunächst am 01. Juli 1908 die Verwaltung der Zweigapotheke. Da er keine geeigneten Räume zu normalen Preisen erlangen konnte, kaufte er ein Haus in der Ortsmitte an der Hauptstraße. Weil wegen des hohen Grundwasserspiegels in Briesen kein tiefer Arzneikeller angelegt werden konnte, sollte dieser in einem Anbau untergebracht werden. Die Eröffnungsbesichtigung fand am 28. Dezember 1908 statt. Nach zehn Jahren, am 24. Oktober 1918, starb Behm.

Die Apotheke wurde geschlossen und dem ortsansässigen Arzt, Dr. Frack, die Genehmigung erteilt, bis zur Wiedereröffnung der Apotheke eine ärztliche Hausapotheke zu führen.Die Apotheke wurde neu ausgeschrieben. Es bewarben sich 24 Apotheker, von denen Max Tornow, geb. am 26. September 1875 in Reppen, Approbation 30. Mai 1899, die Konzession am 14. Mai 1919 erhielt. Tornow war zu diesem Zeitpunkt noch im Heeresdienst und wartete auf seine Entlassung. Die Eröffnung der Apotheke nahm Tornow am 18. Juli 1919 vor. Tornow musste für die Einrichtung und die Warenvorräte 25152 Mark bezahlen. Zunächst beschäftigte Tornow einen Lehrling bzw. Praktikanten. Bei der Musterung der Apotheke durch einen Kreisarzt, am 04. November 1937, waren in der Apotheke eine vor geprüfte Assistentin und ein Praktikant tätig.

 

 

Von 1945 bis 1951 führte Alfred Gralka, geb. 24. Juli 1889, die Apotheke: zunächst privatwirtschaftlich, später als Leiter der Landesapotheke. Er gab der Apotheke, die bis zu diesem Zeitpunkt mit Apotheke Briesen firmierte, den Namen Linden-Apotheke.